MARKETINGPROFILE 01|10


Wilfried Lülsdorf, Geschäftsführer von Corps. Corporate Publishing Services in Düsseldorf

Business as usual im Bankensektor

Wilfried Lülsdorf, Geschäftsführer von Corps. Corporate Publishing Services in Düsseldorf und Vizevorsitzender des Forum Corporate Publishing, über Trends in der Finanzkommunikation, Gewinner der Krise und die emotionalen Seiten des Bankgeschäfts: „Storytelling ist nicht der falsche Weg, nur weil es um Geld geht“

Vertrauenskrise im Bankensektor – ist das nicht die Sternstunde fürs Corporate Publishing?

Wilfried Lülsdorf: Sie könnte es sein, ist es aber nicht, weil den meisten Banken schlicht die Mittel fehlen. Offene Kommunikation wäre in der Krise sicher ein guter Weg, um verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Das erfordert aber auch einen gewissen Aufwand. Im Großen und Ganzen machen die Banken aber weiter wie bisher. Manche reduzieren sogar Auflagen, Umfänge und Frequenzen, um Kosten zu sparen.

Trifft die Vertrauenskrise eigentlich alle Banken gleich?

Wilfried Lülsdorf: Keineswegs. Die, die als erste darüber hätten nachdenken
sollen, sind mittlerweile vom Markt verschwunden. Wir hatten zu Beginn der Krise einige Anfragen von Instituten, die dem Desaster mit sehr vertriebsorientierten Publikationen entgegensteuern wollten – wobei wir als Dienstleister sogar hätten investieren müssen. Das haben wir nicht gemacht, weil so was auch nicht funktioniert.

Gibt es auch Gewinner innerhalb der Branche?

Wilfried Lülsdorf: Sieger der Krise sind alle, die man vorher eher langweilig fand: Sparkassen und Volksbanken, die wenig innovative Produkte wie Zertifikate im Portfolio hatten. Das ist jetzt ein Vorteil. Wir arbeiten unter anderem seit langem für die Sparkasse Hannover und die WGZ-Bank – bei beiden spüren wir ein deutlich gestiegenes Selbstbewusstsein.

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